Aktuelles

Die neuesten Nachrichten aus Büttelborn

Stadtumbau

Neues Leben in der Ortsmitte

Liebe Bürgerinnen und Bürger,

erst unlängst wurde im Groß Gerauer Echo über das Bauvorhaben auf dem Areal des Bonusmarktes in Büttelborn berichtet.

Das Vorhaben der Umnutzung, verbunden mit den dafür erforderlichen Umbauten, wurde bereits während des Prozesses des bürgerbeteiligten Stadtumbaus als Idee entwickelt und im vergangenen halben Jahr mit Engagement und Unterstützung entwickelt.

Nun ist ein Bauantrag gestellt. Für die geplanten Nutzungen stehen Partner teilweise schon bereit. Wir können nun im Einvernehmen mit dem Eigentümer die Öffentlichkeit umfänglich über den aktuellen Stand informieren. Vorweggenommen sei, dass es ein wichtiges Ziel des Eigentümers war, die Ortsmitte zu beleben und der Bevölkerung eine sinnvolle, neue Nutzung anzubieten.

Dies wird gelingen. In den Verbrauchermarkt werden erdgeschossig voraussichtlich zwei Arztpraxen, ein Café und ggf. eine Einrichtung für die Unterstützung und Hilfe von Schwangeren und Müttern einziehen. In den Räumlichkeiten im Obergeschoss (ehemalige Sozial- und Funktionsräume) wird eine Wohnung untergebracht. Sicherlich eine insgesamt gute und gesunde Nutzungsmischung.

Wie wir alle wissen, hat der alte „Bonus Markt“ den Büttelborner Bürger*innen viele Jahre zur Grundversorgung gedient und damit zur Belebung der Ortsmitte beigetragen. Dabei gab es auch schwierige Zeiten. Trotz aller Bemühungen von Seiten des Herrn Jörg Briel, der für seine Mutter und Eigentümerin Frau Briel-Kühne, treuhänderisch die Geschäfte führt, kam es zu dem „Aus“ für den Markt. Seitdem steht das Objekt leer und wartet auf eine neue Nutzung, neues Leben.

Im November 2017, mit der Aufnahme der Gemeinde Büttelborn in das Förderprogramm „Stadtumbau Hessen“, wurde der Prozess der innerörtlichen Entwicklung neu angestoßen.

Zur Erläuterung aus der Beschreibung des Landes Hessen: Das Programm „Stadtumbau in Hessen“ kann die örtliche Wohnraumversorgung mit vorbereitenden und infrastrukturellen Maßnahmen im Wohnumfeld unterstützen. Dazu gehören zum Beispiel der Abbruch von Gebäuden, Grundstücksneuordnung in Bezug auf Brachen, Baulücken und Altgewerbestandorten mit dem Ziel der Schaffung von Wohnraum, aber auch die Herstellung der zugehörigen sozialen Infrastruktur, die Erschließung für den Fußgänger- und Radverkehr sowie die Förderung öffentlicher Grünflächen und Kinderspielplätze.

Nach den Vorgaben des Regelwerks, der (ReLiSE), wurde der Prozess in Büttelborn begonnen. In Zusammenarbeit mit einem Expertenteam, der Firma GSW aus Worms sowie der Firma ROB aus Schwalbach am Taunus, haben Mitarbeiter*innen des Bauamtes und der Öffentlichkeitsarbeit die notwenigen Prozessschritte umgesetzt. Dazu gehörten im Kern die Bürgerbeteiligungsprozesse zu vorgegebenen Handlungsfeldern, die zu einer Priorisierung der herausgearbeiteten Maßnahmen zwingend notwendig waren. Auf dieser Basis wurde ein „Integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ (ISEK) erstellt. Die Aufgabe des ISEKs ist es, die Stärken und Schwächen der Gemeinde herauszuarbeiten, Ziele zu formulieren und Maßnahmen zu entwickeln. All dieses kann auf der Homepage der Gemeinde unter dem Link https://www.buettelborn.de/standort/bauen/stadtumbau/ eingesehen werden.

Im Rahmen des Bürgerbeteiligungsprozesses haben zahlreiche interessierte Bürger*innen ihre Ideen und Vorstellungen eingebracht. Darunter auch Herr Jörg Briel, dem es ein Anliegen war und ist, das Areal und Objekt „Bonusmarkt“ sinnvoll im Rahmen der neuen Büttelborner Ortsmitte eingeplant und umgenutzt zu wissen.

Parallel zur weiteren „Stadtumbau“- Entwicklung hat Jörg Briel nun als Investor die Entwicklung des BONUS Marktes im Sinne der Priorisierung der Maßnahmen ins Rollen gebracht.

Zu Beginn des Jahres ist er mit Architektin Gerda Schmitt zu seinem Vorhaben, der Umnutzung des Objekts, auf mich zugekommen. Fortführend gab es dann mehrere Gespräche zu der Entwicklung dieses Areals. In dem überaus konstruktiven Dialog waren wir schnell einer Meinung, dass in der Ortsmitte ein „Konstrukt“ aus Ärzten, assoziierten Sparten, einem Café und evtl. Wohnraum eine gute Mischung sein würde, um den Ortskern für die Bürger*innen zukünftig gewinnbringend zu beleben und attraktiv zu halten und die dringend notwendige medizinische Versorgung anzusiedeln.

Architektin Gerda Schmitt hat das Nutzungskonzept ausgearbeitet und die Planung bis zum Bauantrag geführt.

Dazu Gerda Schmitt: „Die Diskussion auszuweisender PKW-Stellplätze orientiert sich an der Stellplatzsatzung der Gemeinde aus dem Jahr 1995. Für die genehmigte Nutzung des Marktes waren 1980 10 PKW Stellplätze erforderlich. Nach dem Umbau und neuer Nutzung werden die gewerblichen Flächen reduziert, künftig stehen durch die nicht mehr benötigte Anlieferzufahrt sogar 11 PKW Plätze und zusätzlich Fahrradstellplätze zur Verfügung.

Im Vergleich zwischen Praxisbetrieb und Verbrauchermarkt ist zudem der Besucherstrom geregelt und kontinuierlich auf die Praxiszeiten verteilt. Der Anlieferverkehr, der für den Verbrauchermarkt

notwendig war, entfällt. Auf dem Hintergrund des zu erstellenden Verkehrskonzeptes im Rahmen des Stadtumbaus und der sich abzeichnenden Verkehrsentwicklungen sollte die Diskussion, um die Anzahl der Parkplätze mit Blick auf die Zukunft geführt werden. Wir sind in einer Zeit -gerade auch in Fragen der städtebaulichen Entwicklung und künftiger Mobilität- die neue Antworten und Lösungen braucht. In vielen Bereichen werden wir gezwungen sein, unser Verhalten an die Möglichkeiten anzupassen und umzudenken - um uns, unseren Nachkommen und allen Lebewesen das Weiterleben zu sichern. Nicht jeder Café- oder Arztbesuch wird mit dem Auto erfolgen, da bin ich mir sicher.

Die geplante extensive Dachbegrünung hat neben der positiven mikroklimatischen Wirkung durch die Absorption der Sonneneinstrahlung im Sommer eine hohe Regenwasserspeicherkapazität wodurch sich der Regenwasserabfluss zeitverzögern lässt. Durch die zeitverzögerte Einleitung wird das Kanalsystem bei Starkregenereignissen, wie am Freitag, den 14.8.2020 geschehen, entlastet. Die Dachrandbereiche werden sichtbar begrünt und die ehemalige Anlieferung, welche künftig für PKW Parkplätze genutzt wird, ebenso begrünt überdacht. Die Begrünung wird der Ortsmitte sicht- und spürbar gut tun“.

Als Bürgermeister und Büttelborner Bürger verfolge ich das Ziel, im Rahmen der innerörtlichen Entwicklung, unsere Gemeinde verantwortungsvoll, mit einer „bestmöglichen“ innerörtlichen Infrastruktur attraktiv und zukunftsfähig, zu entwickeln.

Gutes nach Möglichkeiten erhalten. Wenn dies nicht möglich ist, sollten wir bessere Alternativen bzw. neue Konzepte aufsetzen. Dass das alles nicht von heute auf morgen geht, sollte uns allen klar sein. Stadtentwicklung braucht Zeit und muss auch vor dem Hintergrund neuer Studien reflektiert werden.

Der aktuelle Projektstart von Herrn Briel mit Frau Schmitt ist der erste Schritt in die richtige Richtung. Ich bin mir sicher, dass dieses Gebäude mit seiner geplanten Nutzung unsere Gemeinde bereichern und die nach und nach im Rahmen des Stadtumbaus zu entwickelnde „Neue Ortsmitte“ positiv unterstützen wird.

Die Fertigstellung des Bauvorhabens und der Bezug sind Mitte 2021 geplant.

Die Bürger*innen unserer Gemeinde dürfen sich hoffentlich jetzt schon auf ein mit Leben erfülltes Objekt freuen: Eine Hausarzt- und eine weitere Praxis, ggf. eine Hebamme, ein Café und eine Wohnung im Obergeschoss.

Die Intention des Inverstors, Herrn Jörg Briel, ist es, seinen Beitrag zu leisten, den Bürger*innen Büttelborns wieder eine attraktive und belebte Mitte anzubieten und damit zwischenmenschliches Miteinander, gemeinsames Leben und Erleben zu fördern - so wie dies vor 40 Jahren mit der Ansiedlung des Verbrauchermarktes schon einmal erfolgreich gelungen war.