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Eindrücke vom Poetry Slam am 15.01.2026
Wortgewalt, Witz und große Gefühle: Poetry Slam im Café Extra
Poetry Slam steht für die Kunst der gesprochenen Sprache in ihrer pursten Form: Eine Person, eine Stimme, ein Mikrofon und maximal sieben Minuten Zeit. Ohne Requisiten und ohne inhaltliche Vorgaben entstehen Texte, die unterhalten, berühren, zum Nachdenken anregen oder zum Lachen bringen. Genau diese Vielfalt macht Poetry Slam zu einem lebendigen und zeitgemäßen Kulturformat, bei dem Kreativität und persönlicher Ausdruck im Mittelpunkt stehen.
Am Donnerstag, 15. Januar 2026, gastierte die Veranstaltungsreihe „Slam Jam – Die Macht der Worte“ im Café Extra in Büttelborn und sorgte für einen Abend voller sprachlicher Intensität, Humor und Emotion. Bereits vor Beginn des eigentlichen Wettbewerbs setzte ein außergewöhnlicher Programmpunkt einen starken Akzent. Die Künstlerin Vera Ruzhentcova eröffnete den Abend mit einer eindrucksvollen Performance am Luftring.
Durch den Poetry Slam führte Moderator Axel Schiel, der mit Charme, Witz und einem feinen Gespür für Timing und Publikum souverän durch das Programm leitete. Im Wettbewerb präsentierten anschließend fünf Poetinnen und Poeten ihre selbstverfassten Texte und zeigten eindrucksvoll die stilistische und inhaltliche Bandbreite moderner Bühnenliteratur.
Hannah Hytrek, die mit nur 17 Jahren auf Poetry-Slam-Bühnen steht, überzeugte mit nachdenklichen, realitätsnahen Texten, die sich mit persönlichen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzten. Ihre intensive Vortragsweise und sprachliche Klarheit wurden vom Publikum besonders honoriert, das sie am Ende des Abends zur Siegerin des Slams kürte.
Aileen Schneider, studierte Opernregisseurin sowie Hessenmeisterin 2022 und Rheinland-Pfalz-Vizemeisterin 2024 im Poetry Slam, präsentierte unter anderem eine Textpremiere. In gewohnt humoristisch-geistreicher Weise widmete sie sich einem wortwörtlich haarigen Thema und verband persönliche Beobachtungen mit gesellschaftlicher Reflexion.
Ole Bechthold, Schauspieler, Musiker und Texter aus Frankfurt, bewegte sich in seiner Darbietung zwischen Ironie und Melancholie. In seinen Texten ging es viel um ihn selbst – um Gedanken, Stimmungen und Beobachtungen, die zwischen Ernst und feinem Humor pendelten.
Schunke III., seit vielen Jahren fester Bestandteil der deutschsprachigen Poetry-Slam-Szene, brachte seine Erfahrung und seinen unverwechselbaren Stil auf die Bühne. Mit sprachlicher Leichtigkeit und pointierter Selbstironie erklärte er zunächst, kein Liebesgedicht schreiben zu können, um anschließend umso eindrücklicher seine Gefühle und Beziehungen in Worte zu fassen.
Marc Brae machte aus einem Fenster eine Bühne und aus Sorgen eine Geschichte. Mit feiner Ironie und melancholischem Unterton erzählte er von einem Nachbarn, viel Zeit, brennendem Licht und den Gedanken, die daraus entstehen können. Zwischen Humor und leiser Traurigkeit zeigte er, wie schnell Beobachtung zu Projektion wird und wie nah Komik und Mitgefühl beieinanderliegen.
Sebastian Hauf, Organisator der Reihe „Slam Jam – Die Macht der Worte“, zeigte sich dankbar für die gelungene Zusammenarbeit: „Ein ganz besonderer Dank gilt Claudia Weller und Jana Linnert vom Café Extra für die erneute und vertrauensvolle Kooperation. Das Café Extra bietet einen offenen, nahbaren Raum, der wie geschaffen ist für diese Form der Sprachkunst.“
Ein weiterer Dank gilt den Partnern und Sponsoren der Veranstaltungsreihe, insbesondere dem Kreis Groß-Gerau, Century 21 Claus Jousten Immobilien sowie der Volksbank Darmstadt Mainz eG, deren Unterstützung diese kulturellen Veranstaltungen ermöglicht.

