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Brandschutz zum Anfassen: Gemeindeübergreifender Tag der offenen Gerätehäuser

Unter dem gemeinsamen Motto „Mitmachen und Erleben“ öffneten die drei Feuerwehren der Gemeinde Büttelborn am vergangenen Sonntag ihre Tore zum „Tag der offenen Gerätehäuser“. In allen drei Ortsteilen hatten die Bürgerinnen und Bürger die Gelegenheit, hinter die Kulissen der Feuerwehr zu blicken und die ehrenamtliche Arbeit hautnah kennenzulernen.

Im Ortsteil Büttelborn wurde am dortigen Gerätehaus schnell deutlich, dass die Praxis im Vordergrund stand. Die Brandschützer hatten zahlreiche Stationen vorbereitet, an denen die Besucher selbst aktiv werden konnten.
Besonders umlagert war der Feuerlöschtrainer, an dem der richtige Umgang mit dem Feuerlöscher unter realitätsnahen Bedingungen geübt werden konnte.
Wer ein feineres Händchen beweisen wollte, konnte sich am hydraulischen Spreizer versuchen – ein Gerät, das normalerweise bei schweren Verkehrsunfällen zum Einsatz kommt, hier aber spielerisch die Präzision der Rettungskräfte verdeutlichte.
Ein weiteres Highlight war die Arbeit mit speziellem Unterbaumaterial: An einer Übungsstation konnten die Gäste mit sogenannten Stab-Packs hantieren. Diese Materialien, die im Einsatzfall zum stabilen Unterbauen und Sichern von Lasten oder verunfallten Fahrzeugen dienen, wurden anschaulich erklärt und im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“ gemacht.
Auch für die kleinsten Besucher war bestens gesorgt: Eine Hüpfburg sorgte für strahlende Kinderaugen und war den ganzen Tag über sehr gut besucht, während die Eltern sich bei den aktiven Kameraden über die ehrenamtliche Arbeit informierten.

Auch im Ortsteil Klein-Gerau nutzten zahlreiche Besucherinnen und Besucher, egal ob groß oder klein, die Gelegenheit, einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr zu erhalten.
Im Mittelpunkt stand dabei vor allem das persönliche Erleben:
Neben der Ausstellung der Einsatzfahrzeuge & Ausrüstung, Führungen durch das Feuerwehrhaus und dem Anlegen der persönlichen Schutzausrüstung konnten Besucher an diesem Tag natürlich auch selbst Einsatz zeigen und einzelne Elemente der Feuerwehrarbeit ausprobieren – hier lag der Schwerpunkt in diesem Jahr bei der technischen Hilfeleistung.
Die Besonderheit: Besucher durften auch hier unter Anleitung selbst aktiv werden und mit Hilfe von der hydraulischen Schere und dem Pedalschneider Metall durchtrennen. Ein besonderes Augenmerk lag in diesem Jahr auch auf ganz neuer Technik: Mit dem erstmals vorgestellten Stabilisierungssystem „Stab-Fast“ wurde gezeigt, wie verunfallte Fahrzeuge künftig noch schneller und sicherer gesichert werden können – auch hier konnten die vielen Interessierten ihr Können unter Beweis stellen und testen, wie man damit einen landwirtschaftlichen Hänger am besten stabilisiert.
Auch die kleinen Besucher zeigten den ganzen Tag über immer wieder ganz großen Einsatz – getreu nach dem Motto „Wasser marsch!“ galt es, so zügig wie möglich ein brennendes Haus zu löschen und die darin befindliche Katze am Fenster zu retten.
Zudem veranschaulichten die Kameradinnen und Kameraden aus Klein-Gerau für Groß und Klein verschiedene Brände und deren Löschweisen und beantworteten dazu ganz viele Fragen: Warum kann man einen Ethanol-Brand nicht mit Wasser löschen? Was passiert eigentlich bei einem Fettbrand und wie löscht man diesen am besten? Warum nutzen wir bei manchen Bränden Schaum statt Wasser?
Neben den praktischen Einblicken blieb den Tag über auch immer wieder Zeit für spannende Gespräche. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mehr über das Ehrenamt Feuerwehr zu erfahren.
Der gemeinsame Aktionstag hat wieder einmal mehr gezeigt, wie wichtig der direkte Kontakt zur Bevölkerung ist – und wie viel Engagement hinter der Arbeit der ehrenamtlichen Einsatzkräfte in allen Ortsteilen steckt.

Auch im Ortsteil Worfelden konnten die Besucherinnen und Besucher nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden. Auf dem Hof der Feuerwehr wartete ein abwechslungsreiches Stationskonzept, bei dem Eltern gemeinsam mit ihren Kindern fünf praktische Stationen absolvieren mussten. Für jede erfolgreich gemeisterte Aufgabe wurde eine Laufkarte abgestempelt – am Ende durften die Kinder mit einem roten Feuerwehrhelm stolz nach Hause gehen.
Der Einstieg erfolgte mit der Einkleidung zum Feuerwehrmann oder zur Feuerwehrfrau. Viele Eltern zeigten sich überrascht vom Gewicht und der Funktionalität der Schutzkleidung. Spätestens hier war immer wieder eine Frage zu hören, die sinnbildlich für den Tag stand: „Und das alles in eurer Freizeit?"
Ein Besucher schilderte seine Eindrücke so:
„Ich bin an diesem Sonntag eigentlich nur aus Neugier zum Tag der offenen Tür gekommen. Doch schon nach wenigen Minuten merkte ich, dass ich die Feuerwehr bisher völlig unterschätzt habe. Als ich selbst die Schutzkleidung anprobierte, wurde mir schlagartig klar, wie anspruchsvoll allein die Ausrüstung ist. Ganz automatisch rutschte mir die Frage heraus: ‚Und das alles in eurer Freizeit?‘

Die Antwort kam ruhig und sachlich: Übungen abends, Lehrgänge am Wochenende, Einsätze zu jeder Tages- und Nachtzeit. Wenn der Melder geht, wird alles stehen und liegen gelassen – egal, ob Arbeit oder Familienzeit. Besonders beeindruckt hat mich, wie selbstverständlich dieses Engagement für die Feuerwehrangehörigen ist. Kein Klagen, sondern Überzeugung. Am Ende bin ich mit einem ganz neuen Blick nach Hause gegangen."
An weiteren Stationen durften die Teilnehmenden mit der hydraulischen Schere arbeiten und eine Aluminiumleiter kürzen, ein Feuer am Feuerlöschtrainer bekämpfen sowie eine Türöffnung mit dem Halligan Tool durchführen. Im Übungsraum mit dem Rauchhaus wurde ein realistischer Einsatzablauf simuliert und das richtige Absetzen eines Notrufs geübt. Großes Interesse weckte zudem die Einsatzdrohne, die zur Lageerkundung aus der Luft eingesetzt wird.
Ein besonderes Highlight war die fachlich versierte Erklärung des Löschfahrzeugs LF 10, die von Oskar aus der Jugendfeuerwehr Worfelden durchgeführt wurde. Viele Besucher zeigten sich beeindruckt von der Sicherheit und dem Wissen des jungen Feuerwehrangehörigen – ein sichtbares Zeichen für die erfolgreiche Nachwuchsarbeit.

Das große Interesse in der gesamten Gemeinde und die Möglichkeit, Technik in allen drei Gerätehäusern hautnah auszuprobieren, sorgten für eine rundum gelungene Veranstaltung der Feuerwehren. Wir bedanken uns bei allen Besucherinnen und Besuchern und bei allen Mitwirkenden, die diesen Tag erst möglich gemacht haben.

Sollten Sie Interesse an der Jugendarbeit oder am Mitwirken in der Einsatzabteilung haben, dann finden Sie auf den Homepages der jeweiligen Feuerwehr mehr Informationen.

Feuerwehr Büttelborn
Feuerwehr Klein-Gerau
Feuerwehr Worfelden


Impressionen aus allen drei Ortsteilen